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Concrete Wave Skateshop

22. März 2016

Concrete Wave Skateshop

Concrete Wave Skateshop

Concrete Wave Skateshop

Seit: 2005

Inhaber: Heiko Schöller

Teamfahrer: Dennis Degenhardt, Dominik Kowalski, Johannes Haist, Laurent Venohr, Lenni Jannssen, Lucas Beste, Lyndsay Fiona Mclaren, Nico Nührig, Philipp Schikor, Roman Tschofen, Stefan Kolpatzik, Valeria Kechichian

Videos:

Webseite: www.concretewave.de

Facebook: Concrete Wave Skateshop Cologne

Instagram: @concretewave_skateshop

Mail: info@concretewave.de

Tel.: 0221/2979800

Adresse: Subbelrather Str. 140, 50823 Köln

Öffnungszeiten:

Mo. – Fr.: 13-19 Uhr
Sa.: 10-16 Uhr

Concrete Wave Skateshop

Concrete Wave Skateshop

Concrete Wave Skateshop

Heiko Schöller

(rechts im Bild)

Lass uns von Vorne anfangen. Erzähl mal Heiko, wie ist der Laden entstanden?
Skateboards verkaufe ich schon seit 1998, da habe ich noch in der Eiffel gewohnt und aus dem Kofferraum raus Bretter verkauft und auch selber bedrucken lassen. Irgendwann bin ich dann nach Köln gezogen und habe 2004 die Webseite gegründet und 2005 hat der Laden eröffnet.

Wolltest du dich von Anfang an von anderen Skateshops unterscheiden? Ihr hattet ja z.B. auch mal eine Weile ein Café integriert.
Die Idee mit dem Café kam jerst fünf Jahre später, aber die Idee von vornherein war natürlich ’nen Skateshop zu machen, der keine Klamotten verkauft sondern nur Hartware und damals halt auch schon Oldschool–Boards. Longboards hatten wir auch schon am ersten Tag, vor elf Jahren haben wir die schon verkauft. Das war eigentlich so der Hauptgedanke: ’Nen Skateshop zu haben, wo man wirklich alles kriegt, was mit Skateboarding zu tun hat und eben nur Hartware.

“’Nen Skateshop zu haben, wo man wirklich alles kriegt, was mit Skateboarding zu tun hat und eben nur Hartware”

Was ist der Grund dahinter, nur Hardware zu verkaufen? Da ist ja die Marge auch geringer.
Ja, die Marge ist ein bißchen geringer, aber gerade vor zehn, elf Jahren gab es halt viele Anfragen von Leuten, die etwas breitere Shapes fahren wollten. Ich meine, was ist man damals gefahren? 7,5 oder 7,75 Inch vielleicht, aber auch damals gab es Leute, die ein 8,5er oder 9er Board fahren wollten. Das gab es einfach nicht und da habe ich gesagt, weil ich natürlich auch schon ewig skate und auch diese Oldschool Zeit mitgenommen habe, dass ich das wieder anbieten will. Dann kam das durch den Dogtown Hype und Powell und so wieder auf. Von Tag eins haben wir da mitgemischt und ich habe selber auch einfach keinen Bock Klamotten zu verkaufen.

Concrete Wave Skateshop

Concrete Wave Skateshop

Die Oldschool Boards und experimentellere Shapes, die man bei euch kriegt. Wie kam das? Einfach weil du die selber gerne fährst?
Als ich angefangen habe zu skaten, da war ein Skateshop voll mit Brettern. Klar hat man ein paar Klamotten gehabt und ein paar Schuhe, aber hauptsächlich ging es um die Boards, um Rollen und Achsen. Wenn man sich jetzt ’nen Skateshop anguckt, oder vor zehn Jahren, da gab’s eine riesen Wand mit Schuhen und Klamotten und dann hingen da noch so’n paar Bretter in der Ecke, aber primär ging es darum die Klamotten zu verkaufen. Da kam die Idee auf, es ein bißchen anders zu machen. Sachen anzubieten, die man nicht in jedem Shop kriegt. Mit der Dogtown Doku kam dieses Oldschool Revival und das gab es hier in Deutschland alles gar nicht. Dann habe ich halt super viele Anfragen gehabt und dadurch haben wir uns da spezialisiert.

Merkst du, dass durch Brands wie Welcome die geshapeten Boards immer mehr zurückkommen?
Auf jeden Fall. Gerade durch Welcome oder Mike Vallely mit seinem Elephant Brand. Da haben wir hunderte Bretter von verkauft und davon kein einziges Popsicle Shape. Auch Street Plant oder Tired, das ist für uns nichts Neues, weil wir das vom ersten Tag im Angebot hatten. Es ist auf jeden Fall wieder mehr Nachfrage. Scheißegal was du fährst, Hauptsache Bock zu skaten. Das ist eine schöne Entwicklung.

Wie kam es dazu, dass es für euch von Anfang an klar war, Longboards im Angebot zu haben?
Vor 15 Jahren habe ich mein erstes Longboard gekauft und bin damit dann zur Lohse–Rampe gefahren. Habe mein Brett auf dem Rücken gehabt, bin aber mit dem Longboard da hingefahren. Das war für mich nichts Besonderes. Dadurch habe ich natürlich gesagt, wenn ich ’nen Shop mache, dann will ich auch Longboards im Programm. Damals war das natürlich super, wenn du davon alle zwei Wochen mal eins verkauft hast. Jetzt ärgerst du dich, wenn du nicht drei am Tag verkaufst. Da hätte nie einer mit gerechnet, dass es da so einen Boom gibt. Ich habe da halt nie ein Problem mit gehabt, weil ich auch immer schon Leute kannte, die Downhill gefahren sind.

Longboarder werden von Skatern argwöhnisch beäugt. Ist das umgekehrt eigentlich genauso?
Ne, ich glaube die Longboarder an sich sind da ein bißchen toleranter. Klar, wenn man das aus der Skateboard Sicht sieht, dann ist ein Longboard ja wirklich nur zum rumfahren, da kannste nicht großartig was mit machen, das wissen wir alle. Aber viele die mit Lederkombi Downhill-Rennen mitfahren, sind auch mal Skateboard gefahren und können alle auch noch gut Skateboard fahren. Da gibt es nur ganz wenige, die keinen Skateboard Background haben.

“Wir haben durch diesen Longboard Hype natürlich Samstage gehabt, an denen die Leute drei Stunden für ein Board angestanden haben”

Wie hat es sich auf den Laden ausgewirkt, als Longboarden plötzlich durch die Decke ging? Ihr seid ja immerhin einer der bekanntesten Longboard Shops in Deutschland.
Ja, wir werden natürlich auch hauptsächlich als Longboardshop wahrgenommen, obwohl wir ’ne riesen Skateboard–Auswahl haben. Wir haben durch diesen Longboard Hype natürlich Samstage gehabt, an denen die Leute drei Stunden für ein Board angestanden haben. Das war ein absoluter Wahnsinn, da ist alles aus allen Nähten geplatzt. Wir mussten hier mit sechs, sieben Leuten stehen und Boards schrauben. Der Laden an sich hat sich nur ein bißchen vergrößert, geht nicht anders, aber der Online–Shop und Versandhandel ist gewachsen. Jetzt geht es aber wieder auf ein deutlich normaleres Level zurück. Der Hype ist auf jeden Fall erstmal vorbei.

Ihr habt ja auch einen Vertrieb und produziert selber Achsen, oder?
Es gibt den Online–Shop, dann haben wir noch einen Großhandel, mit dem wir viele Oldschool und Longboard Firmen in Deutschland vertreiben, und Bolzen Trucks. Bolzen ist ein Projekt von Richie Löffler und mir, wo wir eigene Longboard Achsen produzieren. Vor vier, fünf Jahren habe ich die mal mitdesignt und die vertreiben wir jetzt fast schon weltweit. Das machen wir noch so nebenbei. [lacht]

Damit’s nicht langweilig wird… Du hast ja gerade gesagt, der Longboard Hype ist vorbei. Wie meinst du wirkt sich das auf Skateshops aus, die sich damit in den letzten Jahren ein schönes Zubrot verdient haben?
Ich schätze den Umsatzrückgang dieses Jahr auf 50 bis 60 Prozent. Ich glaube, dass die ganzen Shops, die die letzten zwei, drei Jahre auf das Longboard Thema aufgesprungen sind, das nicht überleben. Jetzt werden es nur noch die 10-20 guten Shops, die Longboards schon länger haben, überstehen. Alle anderen werden die Longboards wieder rausschmeißen. Ich muss aber auch sagen, viele Kiddies, die sich ein Longboard gekauft haben, kommen jetzt rein und kaufen sich einen Mini–Cruiser oder Cruiser, eventuell sogar ’n Skateboard. Die finden’s auch langweilig immer nur von A nach B zu fahren. Ich glaube, dass es Skateboarding wieder einiges bringt und ich sehe auch gerade seit dem letzten Jahr, dass vermehrt Komplettboards verkauft werden. Da muss man mal gucken, aber ich glaube schon, dass es für einige Shops echt schwierig wird, wenn das wegbricht.

Concrete Wave Skateshop

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Die Hoffnung, dass die Longboard Kids irgendwann auf Skateboarding umsteigen bewahrheitet sich also?
Ja, ein bißchen auf jeden Fall. Man muss natürlich auch sagen, das jedes Kiddie, das sich vielleicht vor fünf Jahren ein Skateboard gekauft hätte, halt ein Longboard genommen hat. Jetzt kann man nur hoffen, dass vielleicht fünf oder zehn Prozent davon nochmal aufs Skateboard umsteigen. Ich sehe auf jeden Fall bei einigen, dass es passiert.

Der Laden ist ja eine echte Schatzkiste. Was sind die Schmuckstücke in der Sammlung?
Natürlich die Bretter, die ich damals selber gefahren bin. Zum Beispiel mein erstes Profi–Brett, ein Danny Way ’89. Das habe ich vor ’nem Jahr in Orginalzustand, ungefahren gefunden und dann natürlich auch gekauft. Noch so ein paar Anders Pulpanek Boards, die ich damals Anfang der 90er gefahren bin, die habe ich jetzt alle wieder nachgekauft. Ich habe noch ’ne riesen VHS Sammlung hier stehen, alles was es an Videos ab Mitte der 80er gibt. Ach und ich habe alle SOLO–Ausgaben. [lacht]

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