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Andrew Allen Interview

"Ich tue gerne so, als ob ich surfe, wenn ich skate"

Select Language: Englisch

Dass wir Andrew Allen am Strand von Riccione treffen, passt perfekt, schließlich ist er am Strand aufgewachsen. Es weht auch gleich eine Easy-Going-Surf-Atmosphäre als er im Strandcafe auftaucht. Er ist noch ein wenig geplättet vom Flug und weiß nicht so genau, was jetzt in Europa überhaupt abgeht, aber alles entspannt. Mindestens so entspannt wie sein Style, den man aktuell gerade in “Propeller” bestaunen kann.

[Interview & Fotos: Stefan Schwinghammer]

Hi Andrew, du bist mit Anti Hero hier – was macht ihr in Europa? Ehrlich gesagt weiß ich es nicht genau, aber ich weiß, dass wir übers Wochenende beim Vans Spring Classic sind und dann Chris Pfanner in Wien treffen. Er hat dann irgendwas für uns zurechtgelegt, aber ich weiß nicht genau was.

Der war doch auch mit in Israel, wie war es denn dort? Israel war super cool. Ich war zum zweiten Mal dort und mir gefällt’s da. Das Essen, die Leute, das Skateboarding – alles ist richtig gut. Es gibt eine Menge Spots und auch die ganze Skateboard-Community ist in den letzten sieben Jahren enorm gewachsen. Es gibt einfach alle möglichen Skateparks in den verschiedenen Orten und DIY-Spots. Skateboarding wächst dort noch und es ist cool, das mit anzusehen.

Andrew Allen

Die Anti Hero Trips sehen immer nach einer Menge Spaß aus – was war dein bestes Tourerlebnis? Jeder Trip hat immer seine Momente und sie sind alle unterhaltsam – die guten, die schlechten und die hässlichen. Der wahrscheinlich spaßigste Trip war der erste Beauty and the Beast Trip, einfach weil es für mich selbst wirklich cool war, die ganzen Girl-Typen zu treffen und dass sie auf einen Trip unserer Art kamen. Diese beiden verschiedenen Crews zu vereinen war super super spaßig. Wir hatten eine richtig gute Zeit und sind viel geskatet.

Und jetzt bist du hier in Italien am Strand. Du hast lange am Strand gelebt, was ist das Gute daran? Ich bin am Strand aufgewachsen, also genieße ich es auf jeden Fall, Zeit im Ozean zu verbringen. Ich war hier noch nicht schwimmen, aber mir wurde gesagt, dass das Wasser angenehm ist, also kann ich es nicht abwarten reinzugehen, aber es sind keine Wellen da. Man kann nicht surfen.

“Ich habe Phasen, in denen ich surfe, wenn skaten mich frustriert”

Surfst du viel? Manchmal. Ich habe Phasen, in denen ich surfe, wenn skaten mich frustriert und ich eine kleine Pause brauche. Entweder das, oder wenn ich viel skate und die Sachen gut laufen, dann mache ich auch eine Pause und geh surfen. Es ist einfach etwas, das ich sehr gerne mache, aber es lenkt mich auch vom Skaten ab.

Hat Surfing deinen Skate-Style beeinflusst? Weil es so mühelos aussieht, als würdest du auf der Straße surfen. Auf jeden Fall denke ich. Ich schaue gerne Surfvideos. Es ist das woraus Skaten überhaupt entstanden ist, also würde ich wohl lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht von Surfing beeinflusst wurde. Als ich jünger war, war es mein Traum Pro-Surfer zu werden, aber dann habe ich realisiert, dass das nicht passieren wird, aber es ist immer noch mein Traum. Naja, ich tue gerne so, als ob ich surfe, wenn ich skate.

Hast du angefangen zu surfen bevor du angefangen hast zu skaten? Ja, aber ich hab sechs Kilometer vom Strand entfernt gelebt und meine Eltern haben gearbeitet und konnten mich nicht jeden Tag zum Strand fahren. Deswegen habe ich so getan, als ob ich auf meinem Skateboard die Straße runtersurfen würde. Irgendwann habe ich mir gedacht: „Ich mag Skaten viel mehr“, weil ich erkannt habe, dass es so viel mehr Möglichkeiten gibt. Irgendetwas hat klick gemacht und ich habe mich verliebt.

Also bist du nur aus Versehen Pro Skater geworden? Ja, total.

Aber es ist nicht so, dass es dich nervt, dass du “nur” Skate-Pro geworden bist, oder? Nein, gar nicht! Ich bin super stolz und glücklich darüber, dass ich da bin, wo ich bin und ich würde nicht das Geringste ändern, auch wenn ich könnte.

Was ist eigentlich das Geheimnis hinter deinen Switch-Skills? Ich weiß nicht genau. Ich skate schon seit Ewigkeiten switch und ich denke, dass, als ich angefangen habe zu skaten, die Leute zu denen ich aufgeschaut habe switch geskatet sind. Switch skaten war eine schwierige Sache, also war es etwas, das ich angestrebt habe, weil ich es cool finde, dass man sich selbst herausfordern kann. Es gibt auch Tricks, die ich switch kann, aber nicht normal. Ich denke, es sollte eigentlich eine Herausforderung sein, aber wenn man es so lange gemacht hat, ist es einfach nur noch so eine Sache. Du hast halt mehr Optionen und das ist auch etwas das mir am Skaten so gefällt. An manchen Tagen will ich Kickflips machen und an anderen Tagen will ich mein Board überhaupt nicht flippen. Ich will grinden, 50-50 an einem Flatrail machen oder einfach einen Hill bomben. Das ist das Beste am Skaten. Es gibt keine Regeln und du kannst dir aussuchen, was auch immer du machen willst.

Andrew Allen

Ich habe gelesen, dass du für ein Video namens „Boys of Summer“ filmst, soweit ich weiß ein iPhone Video – kannst du darüber etwas erzählen? Neben der Filmerei für das Vans Video, haben ich und ein paar meiner Freunde uns gedacht, dass das Spaß machen könnte. Wenn wir nicht für Vans gefilmt haben, haben wir uns deshalb gegenseitig mit dem iPhone gefilmt, einfach weil es viel ungezwungener ist. Dann wurde die Qualität der Smartphones auch ziemlich gut und man konnte sich ein Fisheye holen. Wir dachten, dass uns Leute bei diesem Format auch einfach ihre Footage zuschicken können, weil jeder ein Handy hat. Das Video ist fast fertig und sollte bald rauskommen. Es sind ungefähr 100 verschiedene Fahrer in dem Video, von Jason Jesse bis Paulo Diaz. Es gibt Filmausschnitte und die Musik hat einen guten Feel. Es hält schlicht an der Idee fest, mit seinen Freunden Spaß am Skaten zu haben.

Wie stehst du dazu, wenn Leute ihre iPhone Footage bei Instagram hochladen? Ich hab kein Instagram, aber ich sehe in der Sache nichts Falsches. Es ist einfach nichts, in das ich mich eingeklinkt habe. Für manche Leute scheint es zu funktionieren, aber für mich… Ich weiß nicht…

“Ich hab mich ziemlich befreit gefühlt, nicht jeden Morgen aufzuwachen und mit den neusten Werbungen und Videoparts bombardiert zu werden”

Ich hab gefragt, weil ich gehört habe, dass du für acht Monate kein Internet hattest und du gesagt hast, dass es die beste Zeit deines Lebens war. Ja hatte ich nicht und war es irgendwie. Ich bin in dieses neue Haus gezogen und wir haben immer damit geschludert, uns Internet zu besorgen. Mehr Zeit zog ins Land und ich hab mich ziemlich befreit gefühlt, nicht jeden Morgen aufzuwachen und mit den neusten Werbungen und Videoparts bombardiert zu werden. Es war einfach zu viel und ich konnte nicht mehr richtig für mich selbst denken, weil ich zu viel anderes Zeug gesehen habe. Ich habe mir in der Zeit immer noch Magazine und so angeschaut, aber ich glaube, ich bin eher von den ganzen alten Sachen angetan. Zeitloses, klassisches Zeug.

Du hast ziemlich viel Fachwissen was das angeht – gibt es eine bestimmte Szene in einem Part die für dich immer rausgestochen hat? In Rick Howards Part in „Virtual Reality“ macht er diese Line mit der Bank, in der er einen Switch 360 Flip macht. Ich glaube, dass das meine Lieblingsline ist, weil die Bank so steil ist. Ich war da und es ist so verrückt.

Unser Praktikant ist ein großer Fan von dir und hatte auch ein paar Fragen an dich. Er will wissen, was das Tolle an Pelikanen ist? Oh Pelikane? [lacht] Ja ich habe ein Pelikantattoo auf dem Bauch. Diesem Vogel beim Fischen zuzuschauen ist etwas wirklich Spezielles. Die fliegen richtig hoch und lassen sich dann im Sturzflug fallen, öffnen ihren Mund riesengroß und fangen einfach ihren Fisch und fliegen wieder hoch. Ich finde, sie sind sehr starke Vögel.

Er hat auch gehört, dass du bei einem bestimmten Pro Skater gefeiert hast und es ziemlich lahm war. Er vermutete, du meinst Sheckler und wollte wissen, ob er es wirklich war und ob du nochmal für eine bessere Party dort warst? [Lacht] Ja, das war bei Sheckler und ich war seitdem nicht nochmal da. Aber ich war auf einer Menge anderer Parties, die wirklich gut waren, in den Häusern von anderen Leuten, die ich hier nicht nennen möchte…

Andrew Allen

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