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Behind Blue Eyes – An Ode to Core Shops

2. August 2016

Pat Lindenberger hatte selbst mal einen Skateshop und kennt sich deshalb bestens damit aus, warum diese Shops so wichtig sind für Skateboarding und weit mehr als nur ein Ort, an dem man Produkte kauft. Er erklärt es in seiner neuesten Kolumne.

Pat Lindenberger – Behind Blue Eyes

An Ode to Core Shops

In letzter Zeit ist im Skateboardzirkus wieder ziemlich was los, und immer wieder tritt sie auf, die Core-Debatte. Ich will aber heute gar nicht auf die ewige David vs. Goliath, sprich Core-Company vs. Riesenkonzern Geschichte eingehen, sondern ich fange mal da an, wo Skateboarding sich meiner Meinung nach abspielen sollte – dem Anfang, der Wurzel, der letzten Bastion: dem Skateshop.

Ich glaube es ist den Meisten gar nicht bewusst, wie wichtig ein richtiger Skateshop wirklich ist! Skateshops verkörpern den Spirit von Skateboarding und dieser kommt sicherlich nicht davon, einfach lieblos ein paar Boards an die Wand zu klatschen, nein so was muss! man leben und atmen und die nötige Passion dafür mitbringen. Deswegen ist der Skateshop Leib und Seele einer Szene. Er steuert den Vibe, die Trends, die angesagten Brands und macht das Ganze natürlich erst zur Szene. Skatekurse, Magazine vor free – das sind nur ein paar Kleinigkeiten, die aber mehr als wichtig sind für unsere Kultur, und das Fundament von dem was uns so heilig ist.

Klar reicht es als Shop nicht aus, rauchend und unfreundlich auf der Treppe zu sitzen, und nicht zu wissen das Umsatz kein Gewinn ist, da muss man auch seine Hausaufgaben machen. Und wer meint, er könnte mal so eben einen Skateshop aufmachen, weil er Bock auf das Business hat und dies ohne Herz und Seele tut, wird ebenfalls ganz schnell eines Besseren belehrt. Ein 99 Cent Rammschladen wäre da vielleicht die passendere Geschäftsidee und die Szene merkt eh ganz schnell, wenn es einem nur ums Geld geht und Skaten ganz und gar keine Rolle spielt. Um sowas braucht man dann auch nicht trauern.

“Der Skateshop ist Leib und Seele einer Szene”

Man muss Erziehungsarbeit leisten, und den Kids erklären wieso Brand X schlecht, und Brand Y gut ist und zwar mit den richtigen Argumenten, nicht einfach: „Ich find das Scheiße!“ sagen. Den Burschen zeigen wie man Grip richtig drauf macht, wie man die Achsen passend auswählt zur Boardbreite, erklären warum 56 mm Rollen und flache Achsen nicht funktionieren. Dann ist es ist auch okay, dass die Hipsterdudes den teuren Scheiß kaufen, die Miete muss schließlich gezahlt werden und die Boardwand füllt sich nicht von alleine. Also hatet die erst wenn sie draußen sind.

Auch ein Team gehört dazu. Ich rede nicht davon, irgendwelchen Typen Stuff zu schenken, die sowieso nie im Shop sind und nur kassieren wollen. Die Family ist das Wichtigste, die Representer, diejenigen die immer da sind wenn man sie braucht. Die nach dem Contest den Skatepark mit aufräumen und nicht schon ihm Zug sitzen mit dem Paycheck in der Tasche.

Ich hoffe ihr habt in eurer Stadt noch einen Coreshop und ihr supportet den so gut es geht, denn erst wenn der weg ist werdet ihr merken was euch fehlt und vor allem was der Szene entgeht. Es ist der Untergang einer ganzen Kultur, aber noch haben wir es in der Hand, und wir sollten das auch nicht aus jener geben.

In diesem Sinne, dankt und supportet eurem Skateshop, Bäcker, Friseur, Kaffee-, Platten- und Vintageladen und alle anderen die mit Leib und Seele ein lokales Geschäft führen und jeden Tag aufs neue gegen Goliath kämpfen. Glaubt mir, das ist keine leichte Aufgabe.

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