Solo

Daniel Pannemann – [kein] Interview

10. November 2016

Select Language: Englisch

Obgleich diese ständig im Wandel ist, so hat Daniel Pannemann zumindest für den Moment immer eine klare Vorstellung von dem, was er will. Vielleicht auch eher von dem, was er nicht will, aber das kommt ja oft aufs Gleiche raus. Egal jedenfalls ob als Chefredakteur bei der Place oder auf dem Brett, er verfolgt eine klare Linie. Auch bei diesem Interview hat er die Parameter entsprechend festgelegt. Ausschließlich Berlin sollte die Kulisse bilden (dabei bevorzugt Spots die möglichst nahe an Daniels Wohnung lagen) und er bat darum, das Gespräch mit seinem Freund und Place Kollegen Roland Hoogwater (sowie dem nebenbei Falafel essenden Danny Sommerfeld) führen zu dürfen, wobei sich mehr Metaebenen über die Kommunikation legten, als neuerdings Pokémon über die Erdoberfläche: Die Redaktion eines Magazins spricht in einem zweiten Magazin über das Interview in einem dritten Magazin, bzw. den Sinn von Interviews im Allgemeinen. Aber wie soll es auch leichte Kost werden, wenn es mit der Frage nach dem eigenen Tod beginnt?

[Photos: Biemer | Interview: Roland Hoogwater]

Daniel Pannemann Ollie over bar, Ollie bs grab
Ollie over bar, Ollie Backside Grab

Wie steht’s denn jetzt mit deinem Leben? Hast du das Gefühl, dass du noch lange lebst?
Ich muss sagen, ich habe immer das Gefühl, dass ich nicht so lange lebe.

Danny: Weil du wahrscheinlich Angst hast.

Ja, das könnte dazugehören, dass ich Angst habe, dass ich so alt werde. Weil umso älter du wirst, umso mehr Verantwortung trägst du ja auch. [lacht] Ich habe das Gefühl, dass ich die Verantwortungsmaximallast schon erreicht habe.

Da kommen wir schon zur nächsten Frage, wie ist es als Hauptredakteur der Place?
Chefredakteur! Eigentlich nicht viel anders als vorher, weil der Benni [Markstein] das schon ganz gut nach Stärken aufgeteilt hat. Eigentlich habe ich das ja auch schon lange vorher gemacht. Als Benni noch dabei war, habe ich schon versucht das Ganze in die Hand zu nehmen und einen Faden zum Heftgeschehen zu bekommen. Es macht natürlich Spaß, weil du dadurch ein kreatives Outlet hast. Ich finde die Betitelung „Chef“ nicht passend. Das müsste anders heißen.

“Wir gehen einfach raus und schauen was wir finden.”

Es fühlt sich auch nicht wirklich so an. Hier ist eine Wespe, die gerade das Interview stört.
Ja, ich kann mich nicht konzentrieren, wenn ich diese scheiß Wespen sehe. Ich habe gemerkt, dass mein Hemd Wespen anzieht.

Ich bin allergisch gegen Wespen. Als ich klein war, gab es ein Mädchen, was ich ganz interessant fand. Mich hat eine Wespe in den Zeh gestochen und dann musste jemand das ganze Gift raussaugen, das war eine komische Situation. [lacht]
Da haben wir schon die beste Story im Interview und sie kommt nicht von mir.

Wolltest du eigentlich, dass für das Interview alles aus Berlin kommt?
Ich habe versucht mir das Ganze einfacher zu machen. Ich habe das Gefühl, wenn ich es nicht eingrenzen würde, würde ich zu viel darüber nachdenken, und dadurch, dass es nur Berlin ist, muss ich mich nicht noch darum kümmern irgendwo anders hinzufahren, und das Ganze bekommt ein eigenes Gefühl. Man muss nicht unbedingt um die Welt reisen. Das ist ja auch genau das, was wir machen. Wir gehen einfach raus und schauen was wir finden. Man hat ja auch schon einiges gesehen und abgehakt und irgendwann ist da auch Schluss. Also es kann sein, dass du trotzdem noch diesen Reiz hast und weiter machen willst und noch mehr Plätze sehen möchtest, aber ich hab nicht das Gefühl, dass ich jetzt dringend auf den nächsten Red Bull Trip nach Mexiko fahren muss, um dann im Industriegebiet ein Double Set zu skaten, obwohl ich alles andere drumherum verpasse. Ich kann dann sagen, ich war in Mexiko, aber eigentlich war ich gar nicht da, weißt du? Das ist mir halt bei vielen Trips aufgefallen, dass ich dann zuhause war und mit Leuten drüber gesprochen habe und mir bewusst geworden ist, dass ich eigentlich gar nichts gesehen habe. Ich war einfach nur da. Man ist halt in diesem Skate-Modus drin und alles andere wird ausgeblendet. Wir haben jetzt einfach gemacht, was wir sonst auch machen. Zuerst haben wir gesammelt, weil man ja sowieso in Berlin unterwegs war, und dann zum Ende hin hat man gedacht, das und das könnte noch fehlen und das möchte ich noch drin haben. Aber ich find das generell voll schwierig. Man selber denkt ja: „Yo, wenn ich das und das noch mache, dann ist das mega rund“, aber das ist relativ. Das sehe ja nur ich so, andere denken sich vielleicht: „Was soll das denn?“

Daniel Pannemann Wallie

Wallie

Wenn du zu einer Ausstellung gehst, klagst du ja auch nicht darüber, dass ein Foto nicht dabei ist. Die Leute, die sich das anschauen, wissen ja nicht, dass es da vielleicht noch einen Plan für ein anderes Foto gab.
Genau, aber da kann man sich auch verrückt machen.

Danny: Am Ende sind es eh nur Skateboardfotos aneinandergereiht.

Aber wir haben auch ein bisschen experimentiert, ich kann mich noch erinnern, als du mich gewalliet hast.
Ich glaube ursprünglich war das als Opener geplant, aber ich weiß gar nicht, was mit dem Foto passiert ist.

Es war auf jeden Fall witzig. Ich glaube, das Spaßelement ist auch wichtig. Ich habe schon viele Skater getroffen, bei denen ich das Gefühl hatte, dass sie blockiert waren, wenn die ein Interview oder einen Part abliefern mussten.
Natürlich steht Skateboarding an erster Stelle, aber das würde ich einklammern, weil wir fahren ja eigentlich die ganze Zeit nur Fahrrad. Also wenn man jetzt von einer Session ausgeht: 80% ist Fahrradfahren, 10% ist Späti und 10% ist Skaten. Ich glaube manchmal ist Skaten so ’ne Ausrede, um raus zu gehen und Scheiße zu bauen. Wir haben dann auch zwischendurch richtig Bock zu skaten, aber größtenteils haben wir einfach nur Bock abzuhängen und uns Sachen anzuschauen oder Spots zu finden. Wir hängen ja die ganze Zeit im Industriegebiet ab und freuen uns über irgendwelche Wände und Situationen. Wenn das Skateboard nicht dabei wäre, wäre das natürlich nie so zustande gekommen.

“80% ist Fahrradfahren, 10% ist Späti und 10% ist Skaten. Ich glaube manchmal ist Skaten so ’ne Ausrede, um raus zu gehen und Scheiße zu bauen”

Das Skateboard ist das Wichtigste. Das Mittel, das uns aufs Fahrrad steigen lässt.
Danny: Ohne Skateboard in ein Privatgelände einzudringen ist natürlich ein bisschen unangenehm. Das Skateboard ist die Freikarte, die man hat.

Ich weiß nicht, wie das in Zeiten von Pokémon Go ist. Weil Joe [Jonathan Peters] hat die Ausrede schon benutzt. Wir waren irgendwo ohne Skateboard unterwegs und er hat dem Hausmeister erzählt, dass wir hier ein Pokémon gefunden haben.

Du meinst, wir sollen uns einfach Pokémon Go auf unsere Handys laden?
Ja, dann können wir nämlich auch unsere Skateboards zuhause lassen.

Daniel Pannemann Ollie

Ollie

Ich glaube, ich war bei fast jedem Moment dabei, aber ich hatte nie das Gefühl, dass wir irgendwo waren, um etwas abzuhaken.
Wir hatten immer ’ne Idee in welche Richtung wir fahren, also entweder Joe oder ich. Wir waren immer zu viert oder zu fünft unterwegs und irgendwie ging auch immer irgendwas. Das ist ja auch die Hauptsache. Ich habe das Gefühl, dass es nicht so wichtig ist, dass man selber was macht, sondern wenn irgendjemand was sammeln kann, ist es schon genug.

Danny: Gold schürfen in der Berliner Sandgrube.

Berlin eignet sich auch ganz gut für diese Art von Skaten. Überall Privatgelände, wo sich fast keiner drum kümmert. Als ich das erste Mal mit war, hab ich mich echt gewundert, dass die Leute sich kaum stressen.
Deswegen ist die Stadt so reizend, weil man dauernd mit diesem Chaos konfrontiert wird.

Danny: In New York war das ja genauso, den Leuten war das sowas von Schnuppe.

Das war sogar Next-Level. Dieser eine Spot direkt vor einem Eingang, wo ständig Leute waren und der Typ dann noch rauskam und gesagt hat: „Jetzt könnt ihr fahren“. Da ist es halt noch lauter und noch chaotischer. Ich finde es gibt auch auf jeden Fall Parallelen zwischen den Leben in New York oder Berlin. Also architektonisch überhaupt nicht, aber vom Gefühl her.

“Ich will nicht in zehn Jahre immer noch genauso aussehen, wie ich jetzt aussehe.”

Ja, dieses Gefühl hatte ich auch. Anstatt sich zu treffen, kann man einfach losgehen, irgendwas wird bestimmt passieren. Die Frage, die mir jetzt gerade kommt, hat die Arbeit bei Place eigentlich Einfluss auf dein Skaten?
Ich glaube eher nicht. Ich kann das eigentlich ganz gut auseinanderhalten. Vielleicht am Anfang, weil ich mir gezwungenermaßen viele Sachen anschauen musste und dadurch noch viel schneller gecheckt habe, was ich eigentlich gut finde. Aber mittlerweile würde ich nicht sagen, dass sich das irgendwie äußert. Es sind ja eigentlich auch zwei verschiedene Berufe, die ich da mache. Zwei, die sich sehr ähneln, aber eigentlich komplett anders sind. In beiden kann ich kreativ sein. In dem einen bin ich halt komplett von mir selber abhängig und bei dem anderen ist es so, dass wir die ganze Zeit im Team zusammenarbeiten und uns gegenseitig helfen.

Könnte ein Interview wie dieses hier, unabhängig von dir als Person, auch in der Place landen?
Boah, das kann ich mir nicht vorstellen. Ich will nicht von Konkurrenz sprechen, weil wir ganz anders arbeiten. Wir machen einfach zwei verschiedene Dinge, finde ich. Wir machen ein ganz anderes Magazin als die Solo oder auch als die Free. Wir haben eine ganz andere Herangehensweise und ich finde, wir kommen uns auch überhaupt nicht in die Quere. Selbst wenn man sich mal ein bisschen in die Quere kommt, ist es überhaupt nicht schlimm,
also das ärgert mich überhaupt nicht. Es ist wichtig, dass es beide Seiten gibt, von daher glaube ich nicht, dass es das Interview so von mir in der Place gegeben hätte, weil wir ja alle so komplett verkopft sind, dass wir gar nicht jemandem die Möglichkeit geben würden, so viel in Anspruch zu nehmen, wie ich es von den Solo Jungs in die Hand gelegt bekomme. Wir haben ja jetzt im Prinzip in der nächsten Ausgabe auch sowas Ähnliches mit Alex Olson, aber da haben wir nicht eine Sekunde darüber nachgedacht, ob wir von ihm überhaupt Skatefotos bräuchten. Das ist eine ganz andere Herangehensweise.

Daniel Pannemann Wallie 180

Wallie Frontside 180

Das stimmt. Gibt es denn Sachen im Interview, mit denen du am meisten zufrieden bist?
Ich glaub, das ist immer zeitabhängig. Im Moment ist man zufrieden, aber das kann in einer Woche noch mal anders sein. Veränderungen sind mir auch wichtig. Ich will nicht in zehn Jahren immer noch genauso aussehen, wie ich jetzt aussehe.

Unzufriedenheit ist ab und zu wichtig.
Auf jeden Fall. Ich glaub diese Unzufriedenheit ist der Antrieb. Das ist doch immer so, wenn du unzufrieden bist, musst du was ändern.

Apropos Zufriedenheit, ich hab das Gefühl bei Converse zum Beispiel, dass das Team sehr stimmt zurzeit.
Das liegt aber wahrscheinlich auch an dieser Ruhe. Wir können ja selbst alles bestimmen und vieles in die Hand nehmen und mit eigenen Vorschlägen kommen. Wir haben dazu noch ein bisschen Budget über, das heißt wir haben das Spielgeld und können Sachen machen. Shout out to Pascal Schmidt. [lacht] Vielleicht ist man auch langsam irgendwo angekommen, wo man sich wohl fühlt oder ein bisschen zuhause ist. Wenn man sich überlegt, was beim Kingpin Interview war. Da war ich zwischen Berlin, Amsterdam und auf Tour sein. Da war irgendwie keine Basis.

Danny: Ich finde es geil einfach in dem neuen Interview über das alte zu reden. Einfach nur die ganze Zeit so „Damals war’s so und so. Das Interview war auch ziemlich anders“.

Ziemlich gut auch. [lacht]

Danny: Damals hab ich ganz woanders gewohnt.

Man könnte die Fragen noch mal benutzen, einfach alles komplett von vorne. Aber das ist ja eigentlich immer so. Die Fragen werden ja immer nur ein bisschen verändert, habe ich das Gefühl.

“Ich weiß auch nicht, was ich von diesem ganzen Interview Ding halten soll. Ist das nicht boring?”

Das erste Interview nicht, im ersten Interview wird dein Charakter geprüft, was du für eine Meinung hast und wie dein Skaten aussieht. Aber das zweite und dritte Interview ist dann mehr so, hat er ’ne neue Freundin, einen neuen Job oder einen Hund? [lacht] Es geht mehr um die Änderungen.
Danny: Nur Freundin und Wohnort ändern und das Alter. „Wie alt bist du jetzt?“ – „Ja, drei Jahre älter.“ „Fährst du immer noch Regular?“ [Gelächter]

Ausschließlich! Nur noch.

Ich fahr jetzt nur noch Goofy. Check mal mein Insta.
Ich verstehe nicht, wieso es das noch nicht gab, dass einer einfach sagt, ich ändere jetzt meine Stance, und auch wenn ich’s nicht kann, ich fahr nur noch Goofy.

Skate-Wikipedia in mir sagt, dass Ali Boulala das gemacht hat und deswegen hat der so krasse Switch Ollies gemacht.
Aber er war nicht konsequent genug. Ich hab von Brasilianern gehört, die das ein halbes Jahr durchziehen und sich das antrainieren.

Das wäre vielleicht was für das nächste Interview, komplett Goofy geschossen. [lacht]
Dann gibt es auf jeden Fall keins.

Dann füllen wir das mit Push-Fotos. Pushen in New York, pushen in Berlin.
Danny: Einfach 12 Seiten Portraits.

Ich habe das Gefühl, dass wir das schon mal gemacht haben.

Danny: Das könnte was für die Place sein.

Ich weiß auch nicht, was ich von diesem ganzen Interview Ding halten soll. Ist das nicht boring?

Daniel Pannemann Kickflip

Kickflip

Ne, ich find das nicht. Ich als Skater finde das nie boring.
Danny: Es kommt darauf an, was man zu erzählen hat. Es kommt auf die Fragen an, wenn du so Fragen stellst wie: „Was ist dein Killer Move im Game of Skate?“…

Ja, aber da gibt’s ja auch Leute, die das interessiert.

Danny: Ja ne, nur wenn es da steht und die das lesen, die wissen doch gar nicht, dass die was Cooleres lesen könnten.

Ich kenn immer noch die Norbert Szombati Quote, dass der Switch Heelflip Backside Tailslide immer geht. Ich würde lieber die Theorie von Einstein kennen, aber das von Norbert habe ich behalten. An deine Quote aus dem ersten Interview kann ich mich auch noch gut erinnern: „Der Traum vom Skateboardsuperstar ist Quatsch“.
So Quotes auf jeden Fall, aber ein ganzes Interview? Soo viel Text…

Das hängt auch echt ab von der Person. So ein Interview wie das, was wir mit Santiago [Sasson] gemacht haben, würde ich später vielleicht auch noch mal lesen.
Danny: Ja, das finde ich halt auch geiler. Entweder du machst ein Interview oder du zeigst deine Performance, deine Manöver. Aber das zu mixen ist eigentlich zu viel.

Aber es ist irgendwie genau wie du sagst. Wir sind zu Alex Olson gegangen und haben ihn nicht nach Skatefotos gefragt. Ich würde sogar sagen, dass Lifestyle im Interview genau so eine wichtige Rolle spielt wie die Moves.
Ja, das gehört natürlich irgendwie dazu, aber ich selber find das schwierig.

Danny: Entweder du hast einen interessanten Typen oder du hast keinen interessanten Typen. Aber normalerweise ist eine Redaktion dafür da, um sich die interessanten Leute rauszupflücken. Dann wird wie in jedem anderen Magazin auf der Welt ein Portrait gezeigt, vielleicht wie er gerade seine Kaffeekanne auswäscht, und dann gibt’s halt ein geiles Interview dazu. Da will ich nicht noch sehen, wie er am Arbeitsplatz sitzt oder mit dem Hund Gassi geht, außer es geht darum.

“Ich kann mir nicht vorstellen, dass es irgendjemanden gibt, der mir so nahe steht, dass er wissen will was bei mir im Kopf abgeht.”

Vielleicht ist das Mysterium auch das Wichtigste?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es irgendwen gibt, der mir so nahe steht, dass er wissen will, was bei mir im Kopf abgeht bzw. es nicht weiß, wenn er mir so nahe steht.

Ab und zu passiert es, dass wir nicht mehr kommunizieren müssen und bei uns einfach das Gleiche im Kopf abgeht.
Danny: Naja, das wird ja jetzt so genutzt, dass man diese Interviewmethode so bespielt, dass es halt interessant wird. Man könnte es natürlich auch à la xy durchrattern. Wie alt bist du, wo kommst du her…

Wie alt bist du eigentlich?
22.06.1988. 27…? 28!

Danny: Echt?

Das ist mein letztes Interview.

Ehre an die Solo für das letzte Interview.
Danny: Ich seh’s schon: „Das letzte Interview“.

Also wie gesagt, das Interview ist ja auch ein merkwürdiges Medium, in dem Sinne, dass es viele Leute gibt, die nicht mehr als die Pullquotes lesen. Wenn es einen Part gibt, dann wird der vielleicht auch noch geschaut. Aber zum Beispiel im holländischen Fernsehen gibt es drei Stunden Interviews ohne Werbung.
So was schaue ich mir auch gerne an, aber dass ich etwas durchlese…

Geht’s denn ums Lesen?
Ich bin eigentlich nicht lesefaul. Ich weiß auch nicht, vielleicht lass ich mich dann eher drauf ein, weil ich was höre oder von der Stimme begeistert bin, aber ich weiß nicht, wann ich zum letzten mal ein Interview gelesen habe, wo ich gedacht habe, wow! Aber das soll auf jeden Fall kein Diss an andere Magazine sein. Wir machen ja selber auch Interviews, aber natürlich versuchen wir drauf zu achten, dass es kein Interview wird. [lacht]

Sollen wir noch über den Part reden?
Ehm, ich weiß nicht.

Danny: Nach Part kommt y. [Gelächter]

Bist du eigentlich weniger verletzt, seit du älter geworden bist?
Auf jeden Fall. Ich hab auch diese ganzen Stufen weggelassen. Also nicht dass ich vorher viele Stufen gefahren wäre, aber ich hab mich dabei auch nie verletzt, deswegen ist das kompletter Quatsch, was ich gerade erzählt hab. Ich bin auch nicht der Skater, der sich andauernd irgendwie verletzt. Ich hab ein ganz anderes Bewusstsein beim Skaten. Ich bin auch nicht der Typ, der unbedingt einen neuen Trick lernen will, sondern eher einer, der einen neuen Weg gehen will. Vielleicht mittlerweile auch einen Weg, der nicht so weh tut. Ich glaube es geht viel mehr darum, den letzten Funken Spaß noch rauszusaugen. Man will hier und da nur ein paar Glücksgefühle kassieren.

Danny: Aber die mentalen Verletzungen werden größer.

Selbst das ist bei mir nicht mehr so, dass ich mir groß einen Kopf mache. Das hat dann eher persönliche Gründe, wenn ich mich ärger und nicht weil ich denke, ich will unbedingt noch das und das. Ich glaube generell hab ich nicht mehr so viel Schmerzen beim Skaten – also mental und körperlich.

Man kann auch viel kleines Zeug machen und genau das Gleiche damit erreichen wie mit einem Handrail Front Feeble.
Obwohl das zu dem Zeitpunkt schon eine wichtige Challenge war.

Ich würde sagen, also wenn du bekannt warst als Handrail Skater…
Das habe ich übrigens noch nie verstanden. Meine Theorie dahinter ist, dass ich einfach nicht bekannt genug war und das einzige, was die Leute greifen konnten, war dieses Handrail Ding. Das war wie bei dir der Nollie, Danny.

Danny: Eher der Switch Heelflip. Das ist die Single-Auskopplung, das ist der Radio Song. Das ist, was die Leute sehen wollen.

Eigentlich war ich nie wirklich so der Handrail Skater. Ich bin zwischendurch mal Handrail gefahren, aber es war nie so, dass ich da unbedingt was werden wollte.

Ich kenn dich jetzt schon lang und habe dich noch nie Handrail fahren sehen.
Es kommt ja schon selten vor, dass wir Flatrail fahren, aber wenn wir Flatrail fahren, dann donnert’s. [lacht]

Daniel Pannemann 360 Flip

 

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