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Habe die Ehre, Munich – Dennis Busenitz Interview

10. Dezember 2016

Select Language: Englisch

Dennis Busenitz war kürzlich in München zu Besuch. Dort, wo er seiner Zeit am Hasenbergl aufgewachsen ist und in den 90ern mit dem Skaten begonnen hat. Grund des Besuchs war sein 10-jähriges Jubiläum auf adidas, für welches ein Doku Clip an den Orten seiner Kindheit gefilmt werden sollte. Geduldig ist Dennis dafür Straßen immer wieder auf und ab gepusht, bis der Filmer die untergehende Sonne perfekt im Bild hatte. Sichtlich mehr Spaß bereitete es ihm jedoch, wenn er richtig skaten durfte. Schnell, consistent, unermüdlich – Busenitz eben. Sein Skaten kriegt dich sofort, ist seit jeher auf Superstar-Niveau, er selbst dagegen (ja, ausgelutschtes Klischee, aber es stimmt halt) stets auf dem Boden geblieben. Zurückhaltend, bescheiden, Familienmensch – und wenn man unbedingt eine Verbindung zu seinen deutschen Wurzeln herbeizwingen möchte, könnte man noch anfügen: hardworking. Weil fleißig klingt dann doch zu spießig.

[Interview: Stefan Schwinghammer | Fotos: Conny Mirbach]

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Wir führen das Interview auf Deutsch, aber kannst du dich in Englisch mittlerweile besser ausdrücken
Schon, ich glaub, das fängt langsam an. Meine Frau und Kinder sprechen Englisch, ich bin jetzt schon gut 20 Jahre da. Das ist länger, als ich in Deutschland war.

Kannst du Bayerisch?
Ne, das konnte ich nie. Ich hatte Freunde, die konnten durch ihre Eltern Bayerisch sprechen, aber die haben es nie gemacht. Immer nur als Witz.

Wo bist du eigentlich geboren?
In Amerika und als ich sechs Monate alt war, sind wir hergezogen.

Warum seid ihr umgezogen?
Mein Vater ist in Kansas aufgewachsen. Seine Eltern wurden da geboren, aber seine Großeltern sind aus Deutschland ausgewandert. Mein Vater hat von denen Deutsch gelernt und unsere Herkunft ist deutsch und sehr religiös – Mennoniten. Mein Vater hat sich schon in jungem Alter entschieden Missionar zu werden und wollte seine christliche Pflicht erfüllen. Er fand Deutschland wäre perfekt, weil er die Sprache schon konnte. Er ist in den späten 60ern, mit zwei Kindern, hergezogen und blieb ca. 15 Jahre und dann wollten sie für ein Jahr Pause machen und sind zurück nach Amerika. In dem Jahr wurde ich geboren und danach ging es gleich wieder nach Deutschland. Mein ältester Bruder ist in Amerika geblieben und aufs College gegangen. Ich bin der jüngste von sieben Geschwistern, deshalb kenn ich den fast gar nicht.

“Das ist doch voll komisch, ich hüpf auf ’nem Brett rum und krieg Geld dafür”

Bernhard [Kitvarametha] hat mir erzählt, dass es ihn besonders freut, dass es mit deiner Karriere so geklappt hat, weil ihr damals eine Crew an Jüngeren wart, die sich nicht immer den neuesten Stuff leisten konnte und von den Älteren ein wenig belächelt wurde.
Naja, die waren jetzt nicht gemein zu uns, aber die wollten halt nicht so richtig mit uns skaten gehen oder abhängen. Die waren halt einfach viel älter und haben schon gesoffen und so was. Der Stefan Lehnert war damals schon gesponsert und der Roland [Mosig] hatte auch immer guten Stuff und wir waren Kinder. Aber es war schon cool, die konnten halt richtig gut skaten und haben uns beeinflusst.

Der Stefan Lehnert meinte, dass wenn sie irgendwelche Tricks probiert haben, du die am nächsten Tag konntest. Dass man damals dein Talent schon gesehen hat.
[lacht] Ich hab das nicht so in Erinnerung. Ich weiß noch, wenn der Lehnert am Euro richtig Gas gegeben hat, haben wir uns immer hingesetzt und zugeschaut, das war cool. Der war damals ja schon Profi.

Warum ging es dann nach Amerika?
Weil meine Oma 92 war und gesundheitliche Probleme bekam und mein Vater sie nicht ins Heim stecken wollte. Mein älterer Bruder Mark hat auch zu Hause Ärger gemacht und mein Vater hatte darauf keinen Bock mehr und hat dann zusammengepackt.

Wie war das Ankommen in Amerika?
Das ist halt total anders, weil es ein anderes Land ist, und dazu ist es auch noch Kansas. In Deutschland gibt es so was wie Kansas nicht. Kansas selbst ist fast so groß wie Deutschland und das ist nur ein Staat in Amerika. Das ist einfach eine andere Welt von der Kultur her, von den Menschen und allem. Ich hab mich halt schon schwer getan. Ich war ja auch 15 und 15 sein ist auch nicht so einfach. Ich glaub, teilweise hat mir das geholfen mich mehr ins Skaten reinzusteigern, weil das das Eine war, was ich hatte.

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Ollie Backside Grab

Gab es denn im Vergleich zu München ausreichend Spots?
Da gab es ungefähr zehn Leute, die richtig geskatet sind, und die Szene war auch ganz anders. Es ist halt Kansas, da geht mit Skaten nix.

Im Grunde ist es ja ein extremer Zufall, dass du dort entdeckt wurdest.
Ja, total. Consolidated ist für eine Demo vorbeigekommen und Scott Bourne war voll cool und meinte, er will mir helfen einen Sponsor zu kriegen. Er hat mich gefragt, welchen Schuhsponsor ich gerne hätte, und ich hab gesagt Emerica und er kannte Justin Regan und hat mit ihm geredet und der hat mir dann ein Paar Schuhe im Monat geschickt. Dann ist einer von den Skatern aus Kansas nach San Francisco gezogen und hat für Deluxe gearbeitet und mein Sponsor Me Tape mitgenommen. Dann haben die angefangen mir Zeug zu schicken. Der Spitfire Teammanager, hat mir am meisten geholfen. Der meinte: „Ich schick dir jetzt eine fette Kiste mit acht Brettern und einem Haufen Rollen, aber das skatest du nicht, sondern verkaufst alles und kaufst dir davon ein Ticket nach Tampa.“ Dort hab ich die dann alle getroffen und bin den Contest geskatet. Ich war voll aufgeregt, aber es hat Spaß gemacht und ich hab mir Mühe gegeben und dann meinten die: „Wir nehmen dich aufs Team.“ Ich glaub, die hatten Sorge, dass ich irgendwo anders hingehe.

Hattest du dir vorher jemals überlegt, dass du gesponserter werden könntest?
Nicht so richtig. [überlegt] Klar hätte ich Interesse gehabt, aber geplant oder groß Hoffnung hatte ich nicht. Ich hätte es cool gefunden kostenlose Bretter zu kriegen und ich wollte die ganzen Spots aus den Videos skaten. So weit hab ich gedacht und so bin ich das auch angegangen. Dann haben sie mich nach San Francisco geflogen und ich dachte, cool, krieg ich einen Urlaub und darf skaten. Auf einmal wurde das dann ein bisschen ernster, aber ich hab mir da lange Zeit keine großen Gedanken gemacht. Die meisten Skater sind ja ein paar Jahre dabei und dann ist Schluss. Das, was passiert ist, hab ich auf keinen Fall erwartet, aber beschweren tu ich mich nicht. [lacht] Ich hab echt Glück gehabt und weiß auch, dass das nicht selbstverständlich ist.

Denkst du, das hätte in Deutschland auch so passieren können? Oder wie glaubst du, wäre dein Leben verlaufen, wärst du hier geblieben?
Ich weiß nicht. Kurz bevor ich umgezogen bin, hab ich beim COS Cup in der B-Gruppe den ersten Platz gemacht und ein Komplettboard bekommen. Da hab ich gemerkt, dass ich mit Contests Zeug absahnen kann, und denke, ich wäre dann mehr Contests geskatet, und vielleicht wär da irgendwas passiert. Mein Plan war die Realschule fertig zu machen und dann eine Lehre anzufangen. Vom Skaten hab ich nichts erwartet.

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Backside Lipslide

Gilt denn in Amerika Skateboarding als legitimer Karriereweg und haben Kids das als realistische Option im Kopf?
Ich weiß nicht, in Amerika gibt es allerhand. Da gibt es so Typen wie Nyjah Huston, die von Anfang an voll draufgehen und daran arbeiten – wie in einem Sport eben. Und dann gibt es Leute, die nur Gaudi haben wollen. Ich glaub, das wird alles ein bisschen ernster, weil auch viele Eltern sehen, dass es eine Zukunft haben kann.

Wie war das denn bei dir, gerade mit dem sehr religiösen Hintergrund deiner Eltern? Fanden die das gut, dass du skatest? Stichwort: Partys & Drogen.
Das hat meinen Eltern nicht so gefallen, aber ich hab ihnen gesagt, mir gefällt halt das Skaten, das andere Zeug ist mir ziemlich wurscht und das war auch die Wahrheit. Das ändert sich aber irgendwie alles, Skateboarding wird global und größer und es wird leichter möglich eine echte Karriere zu haben, weil mehr Geld drin ist denn je. Ich glaub, Leute sehen das und nehmen das dann eben richtig ernst und versuchen Dinge zu erreichen. Ich denk gelegentlich auch: „Das ist doch voll komisch, ich hüpf auf ’nem Brett rum und krieg Geld dafür.“ Das ist schon seltsam und so sehen das ja auch viele Leute und fragen sich, wie das denn funktionieren kann? Aber Basketball oder Fußball sind genauso sinnlos und komisch. Ich glaub, Skateboarden kommt jetzt mehr in diese Welt rein, und ich weiß, die Leute regen sich auf, wenn man sagt, Skaten ist ein Sport, aber so wie ich das sehe, kommt es da an. Willst du’s echt ’ne Kunst nennen?

Ich fänd’s schön, ja.
Ja, es ist auch schön, aber für den normalen Mensch ergibt es mehr Sinn als Sport. Silas Baxter-Neal vergleicht es, gerade auch wie die Industrie funktioniert, immer mit Musik. Es ist halt Technik, Methode und Übung, aber es ist auf alle Fälle nicht alles. Du kannst der beste Musiker der Welt sein und gehst den Menschen am Arsch vorbei und du kannst Justin Bieber sein und dir kann es voll gut gehen. Das hat man halt noch im Skaten. Vielleicht geht das weg mit der Olympiade und dem ganzen Zeug und vielleicht ist es schon am Ende. Das wär schade, aber im Moment ist es noch mehr, als ob man den Trick bloß kann, dann wird bewertet, wie schön das aussieht, und man kriegt acht Punkte.

“Ich will was leisten, ich will, dass es mehr ist als irgendein Schmarrn”

Mir gefällt es einfach Streetskaten zu gehen, irgendwelche seltsamen Leute zu sehen, neue Orte und Spots zu entdecken, Fotos zu machen und wenn ich an einem Buchladen vorbeikomm, dann geh ich da halt rein und danach skate ich wieder weiter.
Ohne Schmarrn, das versteh ich total und das ist cool, aber wenn du das aus einer Profi-Perspektive anschaust, dann ist das halt so: „Okay, ich geh jetzt in die Arbeit.“ Und dann skatest du rum und gehst in den Bücherladen, ich weiß nicht…

Ich hab das Gefühl, bei Gonz ist das so.
Aber der Gonz ist auch der Gonz. [lacht] Aber ja, das ist ein guter Punkt, das ist, was wir alle an Skaten lieben. Lifestyle ist ein blödes Wort, aber es ist halt ein Lifestyle. [überlegt] Aber ich will auch was leisten, ich will, dass es mehr ist als irgendein Schmarrn. Aus der Perspektive gefällt mir, dass man daran als Sport denkt und man was tun muss. Das gibt mir ein Ziel, wenn ich irgendeinen blöden Trick machen muss.

Ist das der deutsche Anteil in dir?
Keine Ahnung, wo das herkommt. Ich wünschte, ich könnte es ausschalten. [lacht] Aber das haben wir ja alle von Anfang an. Jeder, der einen Ollie kann, weiß, dass man kämpfen muss, das kommt nicht einfach.

Du wohnst mittlerweile in Sebastopol. Auch wieder eine Kleinstadt wie in Kansas. Magst du das Kleinstadtleben?
Die Eltern meiner Frau kommen von dort und es ist relativ nah an San Francisco, da sind wir noch oft. Mir gefällt es jetzt besser als damals, weil ich weiß, dass ich nicht da sein muss. Wenn ich möchte, könnte ich jederzeit wegziehen. Wir haben das halt gemacht, damit meine Schwiegereltern ihre Enkelkinder kennenlernen und auch weil San Francisco mit Kindern ziemlich hart ist, gerade was Schulen betrifft.

Ich hab gelesen, dass Sebastopol der Cittàslow Bewegung angehört, die sich darum bemüht die Lebensqualität in Städten zu erhöhen. Ist das Leben dort besser als anderswo?
Das kenn ich gar nicht, aber Sebastopol ist ja fast ein Dorf und viele alte Hippies wohnen dort.

Tom Waits lebt da, oder?
Ja, den hab ich mal beim Frühstücken gesehen, aber ich hab den in Ruhe gelassen. [lacht] Die Natur ist voll schön, da sind die ganzen Redwoods, die großen alten Bäume. Es ist 25 Minuten vom Meer, die Menschen sind sehr umweltbewusst. Das gefällt mir, weil mir die Umwelt wichtig ist.

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Würdest du Sebastopol bzw. Kalifornien mittlerweile als deine Heimat bezeichnen? Oder sind das immer noch Kansas oder Deutschland?
Meistens sag ich San Francisco, weil die Leute das kennen, und ich seh das auch als meine Heimat.

Verfolgst du denn noch, was in Deutschland los ist?
Nicht so richtig. Die Sachen in letzter Zeit mit den syrischen Flüchtlingen kriegt man natürlich mit.

Du schaust auch keine Bundesliga? Immerhin bist du schon in Bayern-Trikots geskatet.
Ja, aber nicht weil ich so ein riesen Fan bin, sondern weil ich aus München bin und weil es den Jascha [Müller, adidas Global Marketing Manager und VfB Stuttgart Fan, Anm. d. Red.] voll sauer macht. [lacht]

Vermisst du irgendwas an Deutschland?
Weil meine Kinder gerade in die Schule gehen, vermiss ich die deutschen Schulen. Ich glaub, die sind viel besser als in Amerika. Die deutsche Gründlichkeit. Das Deutsch Sprechen. Aber deutsches Essen kann man auch in Amerika finden und die ganzen Medien kann man mittlerweile ja auch über das Internet anschauen.

Gibt es denn irgendwas von früher, was du gerne schaust?
Ich hab meinen Kindern Pumuckl gezeigt.

Gibt es irgendwas, was du immer machen musst, wenn du zurück bist?
Einen Mohnkuchen esse ich immer, den findet man in Amerika nicht. Und einen Spezi zieh ich mir meistens.

Paulaner Spezi?
Mezzo Mix… [lacht] Das ist ja so zweite Wahl, oder? Aber das hab ich halt als Kind immer getrunken.

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Besuchst du dann auch Freunde von früher, wie den Bernhard?
Ja, den seh ich meistens, aber sonst nicht so viele. Meine Schwester hat hier eine Weile gelebt, aber die ist jetzt nach Griechenland gezogen. Ich schau mir einfach die Stadt an, die Leute. Das Riechen gefällt mir immer. Jede Stadt hat ja ihren eigenen Geruch, aber hier bedeutet das eben mehr für mich, weil das mit meiner Kindheit zu tun hat, und man vergisst das nicht. Man sagt ja auch, dass Geruch mit die stärksten Erinnerungen mit sich bringt.

Gibt es denn Spots, die du früher skaten wolltest, aber nicht die nötigen Skills hattest, und die du jetzt fährst?
Es gab eine achter Treppe hinter dem Wertkauf, die wollte ich immer 360 flippen, aber da geh ich jetzt doch nicht hin. [lacht]

Wieso nicht?
Ich weiß nicht, weil es halt nur acht Stufen sind. Erinnerungen sind manchmal besser, wenn man sie einfach so lässt. Ich hab da jetzt keine Rechnung offen. Das wär auch lustig, wenn mich das stören würde und ich Jascha anrufe: „Hey Jascha, ich muss zu dieser Treppe nach Deutschland!“

Hast du denn jemals überlegt wieder nach Deutschland zu ziehen?
Meiner Frau gefällt Berlin sehr gut und wir haben darüber geredet, als unser Ältester kurz vor der Schule war. Aber ich glaube, meine Frau würde das nicht packen, denn die kann kein Deutsch und das ist schon hart und ich wollt ihr den Kulturschock nicht antun. Und was meiner Meinung nach das Schwierigste ist, ist dass es in Deutschland sau kalt wird, und meine Frau ist in Kalifornien aufgewachsen. Da wissen die nicht, was ein Winter ist.

Wäre ein Wahlsieg von Trump ein Grund nach Deutschland zu ziehen?
Ich bin da nicht so extrem. Viele Amerikaner sagen, sie ziehen nach Kanada. Ich mach mir da nicht so groß Sorgen, aber vielleicht sollte ich mir Sorgen machen. Ich hab halt noch Hoffnung, dass er nicht gewinnt, dass Clinton es schafft. Und ich hab auch Hoffnung, falls Trump es doch schafft, dass es nicht so schrecklich wird. Aber meine Frau kann sich durch ihre französische Mutter einen französischen Pass holen und dann könnten wir dadurch in die EU kommen. Ich glaub, ich mach da ein bisschen Druck, dass sie sich den holt, damit das geht, falls es sein muss. Aber das wär auch nur im Notfall. In Amerika geht es sowieso schon voll krass ab. Aber klar, es kann auch immer schlimmer werden.

“Ich plan eigentlich nicht so viel und adidas hat immer irgendwas, was ich machen soll, und da mach ich einfach mit”

Was sind denn Sachen, von denen du nicht glauben kannst, dass die in den USA so laufen, wie sie laufen
Das Waffenrecht. Die spinnen die Amis. Die sagen, wir brauchen unsere Waffen, damit wir uns im Notfall schützen können. Hey?! Das kommt aus der Zeit von George Washington, wo man eine Waffe haben durfte, damit man sich in der Wildnis schützen konnte. Aber es ist ja nicht mehr wild, man hat ja Polizisten, die einen beschützen – sollen. Das ist ja noch ein ganz anderes Theater. Die Bullen ballern da in letzter Zeit alle ab. Das ist etwas, was ich überhaupt nicht verstehe. Jede Woche werden Leute abgeballert und es ändert sich nix. Trump sagt, wenn er Präsident wird, ist das erste, was er macht, er verkürzt die Wartezeit auf Waffen. Im Moment musst du, wenn du eine Waffe kaufst, eine Woche warten, bis du sie abholen kannst, damit Leute nicht mit rotem Kopf da reingehen und was Dummes machen. Das Seltsame ist, dass Amerika ja nicht hinter dem Mond lebt. Es gibt Statistiken und sie sehen, wie es im Rest der Welt läuft, aber sie wollen nicht mitmachen. „Nö, wir sind Amerika.“

In Sebastopol dagegen ist das Leben voll friedlichem Hippiegeist und du hast einen eigenen Skatepark im Garten.
Einen Skatepark würd ich es nicht nennen, aber ich hab eine Platte gießen lassen und fang an ein bisschen rumzubasteln. Meinen Kindern gefällt es, die spielen da Fußball.

Also Fußball statt Football?
Football versteh ich nicht und meine Frau hat ihnen Football eh verboten.

Dürfen sie denn skaten?
Ey, skaten muss gehen. Da ist sie auch dabei.

Stimmt, die kann ja sogar Kickflips.
Nicht mehr, aber sie hat schon Kickflip gemacht. Die kann schon ein bisschen skaten, aber tut sie gar nicht mehr. Die Kinder dürfen allerdings skaten.

Für dich geht es morgen zurück. Was steht dann an? Stimmt es, dass du immer nur zwei Wochen im Voraus planst?
Ich plan eigentlich nicht so viel und adidas hat immer irgendwas, was ich machen soll, und da mach ich einfach mit. Meine Frau macht das für mich, die sagt mir, was ansteht.

Bist du lieber zu Hause als auf Tour?
Schon, es ist cool Zeit mit meiner Frau und den Kindern zu verbringen. Die werden halt nur einmal Kinder sein und ich will kein Vater sein, der die ganze Zeit weg ist. Jeder muss arbeiten, aber ich versuch so wenig wie möglich zu reisen. Und ich versuch die Trips unter zehn Tage zu halten. [überlegt] Du, ich kann dir nicht sagen, was im Oktober kommt. Ich weiß, ich soll weiterfilmen, für den zehn Jahre auf adidas Part. Das mach ich zu Hause in San Francisco. Und im November geh ich nach New York.

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