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Brands – Zontrac

18. September 2015

Hauptberuflich ist Felix Stephan bei Urban Supplies beschäftigt und seit 20 Jahren dafür zuständig, dass immer frische Ware von US-Brands in Skateshops zu finden ist. Um allerdings auch seine eigenen kreativen Ideen ausleben zu können, hat er jetzt mit zwei Freunden Zontrac gegründet. Ein Label, das sowohl in der Skateboard- als auch in der Fixie-Szene zuhause ist.

Indy

[Interview: Stefan Schwinghammer | Photos: Jason Sellers; Simon Hegenberg]

Zontrac, sag mal Felix, was bedeutet das?
Zontrac ist einfach ein Fantasy Name. Wir wollten einen Namen, der prägnant ist und der vor allem für sich alleine steht. Wir haben ein bisschen herum gesponnen und dann kam Zontrac dabei raus.

Auf eurer Facebook Seite ist verschiedenste Mucke und von Colt Seavers bis Dolph Lundgren alles vertreten. Was sind eure Inspirationen für die Company?
Wir sind alle in den 80ern und 90ern aufgewachsen. Somit haben wir natürlich Serien wie Colt Seavers, Catweazle, Cagney & Lacey oder Bonanza rauf und runter geschaut. Wir haben von den Eltern Classic Rock mitbekommen, von den großen Geschwistern New Wave und dann kamen die ersten Hip-Hop und Punk Sachen wie Dead Kennedys oder Public Enemy. Dann in den 90ern auch Grunge und noch ein bisschen Gangster Rap. Die Musik und die Fernsehserien haben uns bis heute beeinflusst.

Das heißt ihr bezieht euch vom Design auch auf die 80er und 90er oder ist das losgelöst davon?
Wir sind da nicht festgelegt, aber natürlich ist das Teenageralter bis Mitte 20 die intensivste Zeit für einen. Aber wir sind natürlich auch offen für neue Sachen. Mal sehen, was die Zukunft so bringt. Klar gab es in den 90ern auch einige Modesünden, aber es gab eben auch sehr sehr viel Gutes, was noch gar nicht aufgegriffen wurde.

Zontrac

Wer steht denn hinter Zontrac? Und wie seid ihr darauf gekommen die Company zu gründen?
Das war damals mit Jan Guntermann, der im Prinzip der Creative Director ist. Dann ist noch Jason Sellers dabei, der ebenfalls ein guter Freund ist. Er ist Fotograf und dafür zuständig uns mit Content für Instagram, die Homepage und Lookbooks zu versorgen. Dann eben noch ich, der sich um den Vertrieb kümmert und prinzipiell die sozialen Kontakte pflegt. Wir kennen uns aus Wiesbaden, durch das Skateboard fahren, das Nightlife und weil man sich eben in den gleichen Kreisen bewegt. Dann bin ich irgendwann zusammen mit Jan in Urlaub gefahren und wir kamen dabei drauf, warum wir eigentlich nicht selbst was machen? Man glaubt immer alles besser machen zu können und dann muss man sich eben irgendwann mal dazu durchringen es zu versuchen. Wir haben beide weiterhin unsere normalen Jobs und versuchen es nebenbei ohne ein mega Risiko.

Du bist ja bei Urban für die US Brands zuständig. Was hat dich jetzt dazu bewegt ein eigenes deutsches Brand zu gründen?
Der Grund dabei ist zum einen, dass ich das jetzt seit 20 Jahren bei Urban mache und das ist nach wie vor ein super Job. Ich liebe das immer noch und bin mega dankbar dafür, aber man ist halt immer abhängig von anderen. Wenn du Ideen hast, dann musst du das immer absegnen lassen von den US Brands. Die Idee war jetzt einfach, dass man es mal selbst probiert. Das man nicht immer nur schimpft und sagt: “Das könnte ich besser!“. Letztendlich hat das Eine mit dem Anderen nichts zu tun.

Also ihr werdet auch nicht über Urban vertrieben?
Genau, das ist zu 100% unabhängig von Urban, weil ich es einfach komplett selbst probieren will, ohne dass da jemand im Background ist, der uns finanziell unterstützt oder man die Vertriebswege nutzt. Klar, die ein oder andere Beziehung kommt mir natürlich schon zugute, weil man sich jetzt seit Jahren kennt und schätzt. Aber ansonsten wollen wird das komplett unabhängig haben.

“Was ist schon ein typisches Skateboard Design? Was ist ein typischen Fahrrad Design? Wir nehmen all unsere Inspirationen aus dem, was wir bisher erlebt und gesehen haben”

Wo gibt’s denn Zontrac zu kaufen?
Im Moment ausschließlich auf unserer Homepage. Wir wollen mit ein paar ausgewählten Shops zusammenarbeiten, aber das ist noch nicht spruchreif. Dafür wollen wir ein Stück weiter, ein bisschen gefestigter sein, sprich ein größeres Sortiment haben.

Ihr seid ja auch in der Fahrradszene, sprich Fixies, vertreten. Wie kommt es zu dieser Vernetzung?
Das kommt dadurch, dass Jason und Jan schon ’ne ganze Weile auf Fixed-Gears scharf sind. Ich finde es einfach ästhetisch. Die Räder sind cool und die Szene ist, wie Skateboard fahren früher, sehr klein. Alles ist überschaubar und alle sind down miteinander. Es ist nicht dieses Konkurrenzdenken da und es gibt auch, wie beim Skaten, diese kleinen Crews überall, die alle total locker sind. Jetzt sind wir eben auch in ‘nem Alter, in dem wir uns nicht mehr 15 Stufen runterwerfen können – klar, das Skateboard fahren bekommst du aus mir nicht mehr raus. Die anderen beiden haben auch einen Bezug zum Skaten, aber sind jetzt nie so aktiv Skateboard gefahren wie ich. Deswegen finde ich eigentlich diesen Spagat zwischen Skateboard fahren und Fahrrad fahren ganz cool.

Zontrac

Ihr könntet ja versuchen John Cardiel als Teamfahrer zu gewinnen, der macht doch auch irgendwas mit Fahrrädern…
[lacht] Das wäre natürlich der Obershit!

Wer ist momentan im Team?
Wir wollen erstmal das Rhein-Main-Gebiet repräsentieren, deswegen haben wir bisher nur Pierre Masek aus Mainz und Mocki [Matthias Ellinger]. Mocki und ich sind schon seit Jahren down. Zontrac und Whulla haben sich auch schon immer gut verstanden. Darüber hinaus haben wir Peer Koch, der für die Fixed-Gear Geschichte unterwegs ist. Der wird den Älteren vielleicht was sagen. Der war in den 80ern schon ein verdammt guter Vertskater. Als damals Bifi-Roll rauskam, war er sogar im Werbespot zu sehen.

Wie wird sich denn, grafisch gesehen, Skateboarding und Fixie vermischen?
Das mit den Designs soll sich gar nicht so nur auf das Eine oder das Andere beziehen. Da sind wir auch echt offen und müssen selbst noch ein bisschen unseren Weg finden. Aber was ist schon ein typisches Skateboard Design? Was ist ein typischen Fahrrad Design? Wir nehmen all unsere Inspirationen aus dem, was wir bisher erlebt und gesehen haben. Wir sind da open-minded und gucken was die Zukunft bringt.

À propos Zukunft: Wann kommt die nächste Kollektion?
Wir wollen das gar nicht auf die herkömmliche Art machen. Wir hauen den Stuff raus, wenn wir soweit sind. Wenn wir jetzt zwei, drei neue T-Shirts Designs haben, dann bringen wir die raus, egal ob es jetzt in die Fall-Auslieferung reinpasst oder ob es gerade April oder November ist. Der nächste Stuff wird auf jeden Fall diesen Herbst, Spätherbst rauskommen.

Zontrac

Vor den nächsten Shirts kommt bei uns am Montag erst Mal der Zontrac Part von Pierre Masek raus. Stay tuned!
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